Glasrelief

       
 

Im Hof der Alten Brauerei schwebt eine transparente Wand über dem kleinen Stück Rasen, welchen ich nahe an der Hauswand beim großen Schornstein angepflanzt habe.

 

Der Vorüberschreitende mag die Glastafel nicht unbedingt gleich sehen und könnte sich an den Kanten leicht verletzen. Also beschließe ich, möglichst bald zur Tat zu schreiten und das Objekt zu zerstören..... die Voraussetzung für jede kreative Handlung.

 

Denn nun entsteht etwas vollkommen Neues.
Mit dem Glasschneider wird eine grobe Form ausgeschnitten, die den Umrissen der Form, die bereits im Ofen wartet, gleicht. Die über einen Meter große Form, ein Relief welches ich eine Woche zuvor aus dem weichen Ton geschaffen habe, ist endlich trocken und vorgebrannt.

 

Die Glasscheibe wird aufgelegt und durch ein langsames Hochfahren der Temperatur nimmt das Glas nach und nach die Züge der Form an. Wenn man dabei sein könnte würde man sehen, wie das Glas sich erst anfängt zu biegen.
 

Dann beginnt es sich den Höhen und Wölbungen der Form immer mehr anzuschmiegen bis es bei über 800 Grad Celsius fast so weich ist wie fließender Honig, um auch in die kleinsten Strukturen zu laufen. Aus dem flüssigen Zustand wieder erstarrt hebe ich das Glas aus dem Ofen. Es hat die Form eines Menschen angenommen der trotz aller Transparenz nicht alles von sich preis gibt.

Große Blasen, die Löcher im Körper hinterlassen haben, erzählen noch von dem flüssigen Moment, vom welchem er aus der Glut heraus erstarrte. Dieser bewegende Moment wurde beendet durch die absinkende Temperatur. Aber in sich ist das Material nie wirklich fest, denn man spricht bei Glas von einer unterkühlten Flüssigkeit.

       
       

Glasmalerei

       
Ein Pinsel ist ein Werkzeug mit unendlich vielen Möglichkeiten. Dies ist vielleicht auch der Grund, weshalb ich ihm mit einer gehörigen Portion Respekt entgegen schreite.
       
 

Der Glasschneider hatte nur eine Kontur gezeichnet und so entstand eine neue Form aus Glas. Mit dem Pinsel werden die Formen mal zart, mal grob. Mal sind es Flächen, mal Strukturen dann kommen noch die ganzen Farben dazu.

Mein ursprünglicher Beruf der Glasmalerei ist oft auch meine anspruchsvollste handwerkliche Tätigkeit. Daß ich diesen Beruf bis ins kleinste Detail gelernt habe und die verschiedensten traditionellen Techniken beherrsche, hat dieses nicht erleichtert.

Wie kann man tätig werden, wenn einem die Ansprüche größer erscheinen als die Ergebnisse, die einem vor Augen liegen? Indem man etwas Neues entwickelt! Denn da fängt man auch mit den niedrigsten Ansprüchen an, so wie meine kleine Tochter Martje, die vergnügt mit bunt bekleisterten Händen ein Meisterwerk nach dem Anderen schafft.

 

So ist jedes Werk eine Neuentdeckung. Ob es die Oberfläche einer schönen Vase ist, die eigentlich auch ohne Bemalung schon vollkommen ist, ein kleines Glasstück in einer Bleiverglasung, welches in einem Fenster sein Antlitz feiern soll oder ein Glasrelief, welches ich mit letzten Akzenten in seiner Wirkung verstärken konnte: immer ist es ein Experiment und ein Ausprobieren... und nie ist es reine Dekoration, auch wenn es noch so dekorativ für manchen Betrachter wirken mag.
       
 

„Fließendes Glas“

       
Die letzten Objekte, die ich entwickelt habe, nenne ich "Fließendes Glas".

 

Es ist ein flaches Stück Fensterglas, welches auf eine Form aufgelegt wurde und durch große Hitzezufuhr anfängt durch Einkerbungen, Ausschnitte und Löcher in der Form zu zerlaufen.
 

Der Moment, in dem die Temperatur abfällt entscheidet über die endgültige Form.

 

Oft steht ein Objekt auf den eigenen tropfenartigen Beinen und scheint so eine bizarre Verschmelzung von Moment und Ewigkeit zu sein.
       
 

Hüttenglas

 

... den Moment des Erstarrens in die Hand nehmen

 
       

Mit den bloßen Händen kann man das 1200 Grad heiße Glas natürlich nicht bearbeiten und dennoch hat man es völlig in der Hand, wenn man mit der Glasmacherpfeife in die heiße Schmelze eintaucht.

 

Was erst so weich und unbändig ist wie flüssiger Honig wird innerhalb von kürzester Zeit erst zäh und dann wieder so hart, daß nur ein Anfänger noch versucht etwas daran zu formen, wenn die Werkzeuge schon klingende Geräusche hinterlassen.

 

Anfänger ist man allerdings sehr lange, denn das Glasmachen ist immer auch ein schwieriger Tanz mit der Zeit.

Erst beginnt er schnell und dann wird er recht schnell langsamer, daß man bald schon wieder vergißt das Arbeitsstück neu aufzuwärmen um es vor dem Zerspringen zu bewahren.
       
 

Diese Eigenschaften des heißen Glases inspirieren mich immer wieder Objekte zu schaffen, die dieses widerspiegeln: Das Flüssige und doch Harte, das Schwere und doch Zerbrechliche, das Heiße und doch Kalte, das Momentane und doch Ewige.

 

So entstehen oft profane Objekte wie Vasen, Schalen, Trinkgefäße, Teller, Pokale und Briefbeschwerer, die alle in sich den Arbeitsprozeß widerspiegeln.

Aus diesem Grunde ist für mich der Arbeitsprozess selber eine Performance, zu der ich den Interessierten gerne einlade.

       
       

Glasobjekte an der Flamme

 
Winzig klein und unglaublich zart sind die kleinen Spinnen, Bienen, Libellen und Fliegen, die an der „Polnischen Flamme“ aus farbenfrohem „Morettiglas“ entstehen.

 

 

 

 

 

Die Faszination für das Kleine spiegelt sich auch bei der weit verbreiteten Begeisterung für Glasperlen wieder. Allerdings fertige ich diese kleinen Werke meistens nur für die großen und kleinen Zuschauer an, die auf diese Weise einen kleinen Einblick in das „Heiße Glas“ bekommen.

Viel Geduld und Fingerspitzengefühl ist notwendig um eine Perle um einen vorgewärmten Perlenstab zu wickeln. Manches Kind stellt sich geschickter an als so einige von uns Erwachsenen. Oft kann man diese dafür begeistern es selber einmal zu versuchenund ein heißes Stück Glas in der Flamme zu balancieren.

   

Sie haben doch noch etwas mehr Geduld wobei uns auch oft der viel zu hohe Anspruch im Nacken sitzt. Dennoch ist es eine wunderbare Übung bei der man wunderbar die Zeit vergessen kann.

In von mir angebotenen Kursen darf jeder einmal versuchen Schritt für Schritt das Perlenwickeln zu erlernen.

       
       

Bleiverglasungen und andere Auftragsarbeiten

       

Je nach Wunsch können auch Glasbilder, Bleiverglasungen und z.b. Raumteiler entworfen und gefertigt werden.

Oft werden drei Entwürfe gemacht, unter denen der Kunde auswählen kann.

 

 

 

Alle meine Arbeiten sind geschützt und dürfen nicht anders als abgesprochen verwertet werden.

 

Somit ist jedes meiner Werke ein Einzelstück.
In jedem meiner Werke steckt mehr als nur eine handwerkliche Fähigkeit; auch bei den Abdrücken von den Formen handelt es sich immer auch um Unikate, weil jeder Abdruck anders wird und von jeder Form werden nur bis zu fünf Abdrücke abgenommen. Danach wird die Form vernichtet.